Sie wurde lange gefordert und ist seit dem 02.01.2020 verfügbar: die Abwrackprämie
für alte Ölheizungen. Sie soll Hausbesitzer animieren, veraltete Technik auszutauschen
und dazu beitragen, den deutschlandweiten CO₂-Ausstoß zu senken. Wer eine alte Ölheizung
besitzt, bekommt so für den Austausch durch eine hybride Flüssiggasheizung 40 Prozent der
Kosten erstattet. Wir informieren über Voraussetzungen sowie Konditionen und zeigen, wie
Hausbesitzer die Abwrackprämie für alte Ölheizungen gewinnbringend nutzen.
Abwrackprämie für Heizungen: Höhe und worum geht es dabei?
Bei der Abwrackprämie für alte Heizungen geht es um eine staatliche Förderung für den
Heizungstausch. Die Höhe hängt von der Art der alten sowie der neuen Heizung ab und liegt
zwischen 20 und 45 Prozent. So übernimmt der Staat 20 Prozent der Kosten für einen
Heizungstausch, wenn Hausbesitzer die alte Anlage durch eine neu Erd- oder
Flüssiggasbrennwertheizung ersetzen und spätestens zwei Jahre später auch regenerative
Energien einsetzen. Bis zu 45 Prozent gibt es hingegen als Abwrackprämie für alte
Ölheizungen. Voraussetzung ist dabei der Austausch einer mindestens zwei Jahre alten
Ölheizung durch eine neue Heizung auf Basis regenerativer Energien. Infrage kommen dabei
zum Beispiel Biomasse- und Wärmepumpenheizanlagen.
Klar ist: Die Austauschprämie wurde seit Langem von Branchenverbänden wie dem BDH gefordert
und im Herbst 2019 von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in die politische und
öffentliche Diskussion gebracht. Heute können sie die sogenannte Austauschprämie bei der
BAFA beantragen.
Klimaschutzprogramm: Austauschprämie von bis zu 45 % der Kosten
Austauschprämie in Höhe von bis zu 45 % der Kosten des Heizungstausches, die Hausbesitzer für den Austausch ineffizienter Heizungen vom BAFA bekommen
Erhöhung der bestehenden KfW-Zuschüsse für die energetische Sanierung auf 20 % als Investitions- und Tilgungszuschuss und Wegfall der KfW-Fördermöglichkeiten für den Heizungstausch (Ausgenommen KfW-167 Ergänzungskredit)
Einführen einer steuerlichen Förderung von Sanierungsarbeiten an Haus und Heizung in Höhe von 20 Prozent und maximal 40.000 Euro der Sanierungskosten
Genau wie private Hausbesitzer profitieren auch Gewerbetreibende und Unternehmen von der
Abwrackprämie für Heizungen. Ausgenommen sind lediglich Bund, Länder und deren Einrichtungen.
Übrigens: Eine ähnliche Prämie gab es in Deutschland bereits. 2009 führte die Regierung eine
Umweltprämie in Höhe von 2.500 Euro für PKWs ein. Verbraucher erhielten die
Auto-Abwrackprämie, wenn sie ihren alten Wagen verschrotten ließen und sich ein sparsames
neues Modell anschafften. Mehr als 1,7 Millionen Deutsche machten sich diese Möglichkeit zunutze.
Verteilung in Deutschland
Alte Ölheizungen sind ungleich in Deutschland verteilt
Die meisten alten Ölheizungen finden sich im Süden Deutschlands – in den Bundesländern
Baden-Württemberg und Bayern. Danach folgen Nordrhein-Westfalen (NRW) und Niedersachsen.
Das ist auch klar, denn es handelt sich um die Bundesländer mit den meisten Einwohnern.
Wenn man sich die Verteilung im Verhältnis zur Einwohnerzahl anschaut, liegen Bayern und
Baden-Württemberg wieder vorn. Darauf folgen Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Berlin.
In den neuen Ländern wie Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden bereits in den 90er
Jahren viele Heizungen von Kohle, Koks oder Fernwärme auf Gas oder Flüssiggas umzustellen.
Deshalb gibt es dort vergleichsweise wenig alte Ölheizungen.
Alte Ölheizung mit „Allesbrenner“Kunststofföltanks im Keller
Umtauschprämie für alte Ölheizungen nicht zielführend?
Grundsätzlich ist die Prämie eine sinnvolle Sache. Doch Branchenexperten kritisierten vor
ihrer Einführung die Ausrichtung, allein auf Ölheizungen. Denn Ölheizungen versorgen heute
nur 28,9 Prozent der Wohngebäude mit Wärme. Viele Wohnhäuser in Deutschland beziehen Wärme
für Heizung und Warmwasser hingegen noch aus Kohleheizungen. Auch diese sind in vielen Fällen
veraltet und damit reif für den Austausch. Ein Grund, aus dem die Abwrackprämie für alte
Ölheizungen heute auch als generelle Abwrackprämie für Heizungen anzusehen ist. Einziger
Unterschied: Wer eine Ölheizung austauscht, bekommt in vielen Fällen einen um 10 Prozent
höheren Zuschuss.
Abwrackprämie: Steuerliche Behandlung als Alternative
Alternativ zur Abwrackprämie für Öl- und Gasheizungen in Höhe von bis zu 45 Prozent, rieten
Experten auch dazu, Steuerermäßigungen einzuführen. Mit einem neuen Steuerbonus für
Sanierungen, der seit 01.01.2020 verfügbar ist, konnte die Regierung auch diese Forderung in
der Praxis umsetzen. Denn seit 2020 können Sanierer selbstbewohnter Häuser bis zu 40.000 Euro
an Sanierungskosten (Förderrate 20 Prozent) über drei Jahre steuerlich geltend machen.
Steuerliche Absetzbarkeit ist einfach umzusetzen
Die steuerliche Behandlung ist vergleichsweise leicht umzusetzen und hilft zudem,
Schwarzarbeit zu verhindern. Das meint unter anderem Andreas Müller, Geschäftsführer des
ZVSHK. Ähnliche Modelle gibt es bereits. So zum Beispiel zur Förderung von Handwerksleistungen
an selbst genutzten Wohnhäusern. Denn auch diese können Hausbesitzer steuerlich geltend machen.
Mit einer Höchstsumme von 6.000 Euro im Jahr und einer Förderrate von 20 Prozent bekommen
Verbraucher auf diese Weise jährlich bis zu 1.200 Euro erstattet.
Übrigens: Auch ohne Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen können
Eigenheimbesitzer die Förderung heute nutzen, um den Austausch alter Kessel zu finanzieren.
Konditionen
Abwrackprämie für Ölheizungen und Gasheizungen: Konditionen im Überblick
Die Abwrackprämie für alte Heizungen gibt es seit 2020 vom Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA). Über das Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ können Bauherren
und Hausbesitzer dabei Zuschüsse in Höhe von 20 bis 45 Prozent der Kosten des Heizungstauschs
beantragen. Wie hoch die Förderung im Detail ausfällt, hängt dabei von der Art der neuen und der
alten Heizung ab, wie die folgende Tabelle zeigt.
Zuschusshöhen der BAFA-Förderung nach Heizungsart
Heizung
Zuschusshöhe
Neubau / Sanierung
Beschreibung
„Renewable Ready“ Gasbrennwertheizung
20 Prozent
Sanierung
Einbau einer Gasheizung, die für den Einsatz regenerativer Energien vorbereitet ist
(spezielle Regelung, Wärmespeicher). Nachrüsten einer Solar-, Biomasse- oder
Wärmepumpenanlage spätestens 2 Jahre nach Inbetriebnahme. Die erneuerbare Energieanlage
muss dann mindestens 25 Prozent der Heizlast decken.
Hybride Gasbrennwertheizung
30 Prozent
Sanierung
Einbau einer Flüssiggasheizung in Kombination mit Solar, Biomasse oder Wärmepumpe.
Die erneuerbare Energieanlage muss mindestens 25 Prozent der Heizlast decken.
Solarthermie
30 Prozent
Neubau / Sanierung
Einbau von Solarthermieanlagen, die überwiegend der Warmwasserbereitung und/oder
Raumheizung, der Kälteerzeugung oder der Zuführung der Wärme/Kälte in ein Wärme- oder
Kältenetz dienen.
Biomasseheizung
35 Prozent
Neubau / Sanierung
Einbau von Scheitholzvergaser-, Pellet- oder Hackschnitzelkesseln sowie Pelletöfen
mit Wassertasche. Die Heizleistung muss jeweils mindestens 5 kW betragen.
Wärmepumpe
35 Prozent
Neubau / Sanierung
Einbau einer Elektro- oder Gaswärmepumpe, die kostenfreie Umweltwärme für die Heizung
und die Warmwasserbereitung nutzbar macht. Gilt nicht für Trink- oder
Brauchwasserwärmepumpen.
Austausch einer Ölheizung
10 Prozent zusätzlich
Sanierung
Austausch einer mindestens zwei Jahre alten Ölheizung. Für „Renewable Ready“
Gasbrennwertheizungen und Solarthermieanlagen gibt es die höhere Abwrackprämie für
Ölheizungen nicht.
Wichtig: Die Abwrackprämie für alte Heizungen (egal welcher
Art) gibt es nur, wenn die bestehende Anlage mindestens zwei Jahre alt ist. Außerdem darf die
Austauschpflicht nach § 10 der Energieeinsparverordnung noch nicht gelten. Das heißt: Kessel
müssen jünger als 30 Jahre sein oder auf Niedertemperatur- bzw. Brennwerttechnik basieren.
Welche Kosten sind bei der BAFA-Förderung anrechenbar?
Wer die Austauschprämie für alte Heizungen in Anspruch nehmen möchte oder eine geförderte Heizung
im Neubau einbauen will, kann nahezu alle Kosten anrechnen. Angefangen von der Demontage und dem
Öltank entsorgen bis hin zum Kauf und der Montage der neuen Heizung. Darüber hinaus sind sogar
Gasanschlüsse, Flüssiggastanks und erforderliche Verrohrungen mitförderbar. Leider nicht gefördert
wird, wenn Sie sich zur Übergangsversorgung eine mobile Heizung mieten. Wem das zu teuer ist, kann
sich bei einer Gasheizung auch mit einer Gasflasche zur Übergangsversorgung helfen. Diese müssen
zwar häufig gewechselt werden, sind aber dafür recht günstig. Achten Sie darauf, dass es sich um
Pfandgasflaschen handelt, damit Sie diese zurückgeben können.
Wer kann die Abwrackprämie für alte Heizungen beantragen?
Mit Ausnahme von Bund, Ländern und deren Einrichtung profitieren alle von der Austauschprämie,
die eine neue Heizung einbauen. Antragsberechtigt sind dabei Privatpersonen,
Wohnungseigentümergemeinschaften, freiberuflich Tätige, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften
und Zweckverbände, Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und Genossenschaften.
Wie erfolgt die Beantragung der Abwrackprämie für Heizungen?
Die Beantragung der Abwrackprämie muss unbedingt vor der Beauftragung eines Fachbetriebes
erfolgen. Möglich ist sie über Online-Formulare auf der Webseite des BAFA. Da sich die Kosten
später nicht mehr nach oben korrigieren lassen, sollten sich Hausbesitzer ein detailliertes
Angebot erstellen lassen. Das verhindert, dass die Förderung durch viele Nachträge letztlich zu
gering ausfällt.
Ergänzungskredit: Förderung mit KfW-Programm 167 kombinieren
Bleibt trotz Abwrackprämie für alte Heizungen eine Finanzierungslücke, können Hausbesitzer diese
mit zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau ausgleichen. Erhältlich sind die
Kredite über das KfW-Programm 167, wenn die Anlage die BAFA-Fördervoraussetzungen erfüllt. Die
Beantragung erfolgt ebenfalls vor dem Beginn der Maßnahme, allerdings über die eigene Hausbank.
Alternativen
Diese Alternativen zur Abwrackprämie für alte Ölheizungen gibt es aktuell
Die Abwrackprämie für alte Ölheizungen ist eine gute Möglichkeit, den Heizungstausch zu
finanzieren. Alternativ zur BAFA-Förderung stehen Hausbesitzern heute aber weitere Mittel zur
Verfügung. So gibt es den neuen Steuerbonus für die Sanierung und steuerliche
Abschreibungsmöglichkeiten für Handwerkerkosten. Beide Programme sind nicht mit der Abwrackprämie
für alte Heizungen kombinierbar.
20 %
Steuerbonus für die Sanierung
Seit 01.01.2020 gibt es einen neuen Steuerbonus für die Sanierung. Wer Arbeiten am selbst
bewohnten Haus oder der Heizung durchführt, kann damit 20 Prozent der anfallenden Kosten über
drei Jahre von der Steuer absetzen. Insgesamt ist die steuerliche Förderung auf 40.000 Euro
begrenzt. Die Beantragung erfolgt hier nach Fertigstellung der Sanierung über die eigene
Einkommenssteuererklärung.
bis 1.200 €
Handwerkerkosten absetzen
Kommen die genannten Förderprogramme nicht infrage? Dann können Hausbesitzer zumindest die
Lohnkosten der Heizungsbauer steuerlich geltend machen. Wie bereits beschrieben, bekommen sie
dabei 20 Prozent der Handwerkerkosten (maximal 1.200 Euro im Jahr) vom Finanzamt erstattet.
Die Ausgaben geben Eigenheimbesitzer dazu einfach in ihrer Einkommenssteuererklärung an. Auch
wenn die Förderung oft nicht hoch ist, bekommen so zumindest alle Hausbesitzer eine kleine
Abwrackprämie für ihre alte Heizung.
Regionale Programme
Abwrackprämie Heizung 2020: In einigen Bundesländern schon länger verfügbar
Die Idee einer Abwrackprämie für Heizungen ist nicht neu. Denn in Ländern wie Sachsen, Berlin
oder dem Saarland gab oder gibt es sie bereits heute. So vergibt zum Beispiel das Saarland eine
Abwrackprämie für Heizung und Solar. Insgesamt stehen die Fördermittel in Höhe von 1.000 Euro
2.500 Haushalten zur Verfügung, die eine alte Heizung austauschen oder um eine Solaranlage
ergänzen. In Sachsen gab es die Abwrackprämie für Heizungen bereits im Jahr 2009. Hier erhielten
Hausbesitzer, die veraltete Technik austauschen ließen, einen Zuschuss in Höhe von 1.250 Euro.
Heute sind die Fördertöpfe ausgeschöpft und das Programm ist beendet. Eine Abwrackprämie für alte
Ölheizungen und Gasheizungen gibt es heute auch in Berlin. Hier bekommen Hausbesitzer über das
IBB Programm HeiztauschPlus Zuschüsse in Höhe von 1.000 Euro bis zu 4.500 Euro für erneuerte
Heizungsanlagen. Im Bundesland NRW wurde bereits im Jahr 2012 eine Abwrackprämie für Heizungen
gefordert. Diese konnte bis heute nicht eingeführt werden. Dafür gab es bis Mitte 2019 die Aktion
Kesseltausch NRW, bei der Hausbesitzer eine Gutschrift in Höhe von 200 € bekamen.
Hohe Fördermittel gab es bisher aber nicht nur für Maßnahmen an Zentralheizungen. So zahlte
Vattenfall Hausbesitzern im Jahr 2010 350 Euro, wenn sie alte Nachtspeicherheizungen außer
Betrieb nehmen ließen. Im Bundesland Rheinland-Pfalz gab es 2018 ebenfalls eine Abwrackprämie für
Öfen. Sie betrug bis zu 800 Euro und sollte der hohen Feinstaubbelastung durch alte Kamine
entgegenwirken. Inzwischen sind die veranschlagten Mittel auch hier aufgebraucht.
Auch wenn es die genannten Förderprogramme, Umwelt- und Abwrackprämien heute teilweise nicht
mehr gibt, zeigen die Beispiele doch den großen Erfolg solcher Maßnahmen. Außerdem ist anzunehmen,
dass es auch in Zukunft regionale Förderprogramme für Heizungen und Öfen gibt. Wer einen Austausch
plant, sollte sich daher am besten von einem Experten aus der eigenen Region beraten lassen.
Klimaschutz
Warum ist eine Abwrackprämie für Heizungen wichtig?
Bis zum Jahr 2050 sollen die CO2-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 1990 europaweit um 80 bis
95 Prozent sinken. Bis 2030 hat die Bundesregierung bereits eine Senkung um 40 Prozent zugesichert.
Die Ziele sollen den menschengemachten Treibhauseffekt mindern und die globale Klimaerwärmung
bremsen. Das ist nötig, um Folgen wie schmelzenden Gletschern oder immer häufigeren und heftigeren
Unwettern entgegenzuwirken. Aktuell sieht es allerdings so aus, als könnte Deutschland das Ziel
nicht erreichen. Ein Grund dafür: Veraltete Heizungen in deutschen Haushalten. Die Abwrackprämie
für Heizungen soll genau hier ansetzen.
12 %
der installierten Kessel arbeiten heute effizient
32 %
der Heizungen sind mindestens 20 Jahre oder älter
4,7 Mio.
Anlagen mit Sanierungspotenzial laut ZVSHK
Ein Blick auf den Heizungsmarkt in Deutschland zeigt: Nur etwa 12 Prozent der installierten
Kessel arbeiten heute effizient. 32 Prozent der installierten Heizungen seien sogar mindestens
20 Jahre oder älter, wie eine Studie des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft)
zeigt. Die Anlagen gelten längst als überholt und hängen dem aktuellen Stand meist weit hinterher.
Sie stoßen deutlich mehr Schadstoffe aus als nötig und verursachen darüber hinaus mehr Heizkosten.
Wer die Abwrackprämie für Ölheizungen nutzt, um eine alte Anlage durch eine neue Brennwertheizung
auszutauschen, verbraucht teilweise 30 Prozent weniger Energie. Gleichzeitig sinken auch die
klimaschädlichen CO2-Emissionen um etwa ein Drittel. Wechselt man zudem den Energieträger – also
zum Beispiel von Heizöl zu Erdgas oder Flüssiggas – sind noch einmal rund 15 % weniger CO2 möglich.
Denn: Gaslösungen arbeiten deutlich umweltfreundlicher als Heizöl. Die Bundesregierung weiß das und
forciert den Heizungstausch mit Zuschüssen von 40 bis 45 Prozent über die Abwrackprämie für alte
Heizungen. Das heißt: Wer eine alte Ölheizung austauscht, bekommt fast die Hälfte der anfallenden
Kosten vom Staat. Aber nicht nur das. Auch für die Erneuerung aller anderen alten Heizungen gibt es
seit 2020 Zuschüsse in Höhe von 20 bis 35 Prozent. Mit diesem Schritt hofft die Regierung, die
Sanierungsrate in deutschen Heizungskellern steigern zu können. Denn wie eine Emnid-Umfrage ergab,
würden sich 39 Prozent der Hausbesitzer für eine neue Heizung entscheiden, wenn die staatlichen
Prämien höher wären. Insgesamt gehe es dabei um 4,7 Millionen Anlagen, wie der ZVSHK
(Zentralverband Sanitär Heizung Klima) ermittelt hat.
Die Abwrackprämie für alte Heizungen schafft Hausbesitzern finanzielle Anreize, veraltete Technik
durch neue und hocheffiziente zu ersetzen. Denn das spart nicht nur Heizkosten, es senkt auch die
CO2-Emissionen in Deutschland. Die Prämie, die zusammen mit dem Klimapaket Ende 2019 beschlossen
wurde, ist damit ein bedeutender Baustein der deutschen Klimapolitik und wichtig, um die Klimaziele
für 2030 einhalten zu können.
Heizungsalternativen
Der Heizungstausch ist geplant: Welche Alternativen kommen infrage?
Genau wie die Abwrackprämie für alte Ölheizungen gibt es auch Fördermittel für den Austausch
ineffizienter Kessel. Geht es um den Einbau neuer und effizienter Technik, haben Hausbesitzer
jedoch eine große Auswahl. Aber wie lässt sich die Förderung gewinnbringend nutzen und welche
Abwrackprämien-Angebote passen am besten zum eigenen Haus?
Abwrackprämie: angebotene Heizungs-Alternativen im Vergleich
Heizungs-Alternativen
Eigenschaften
Voraussetzung
Vorteile
Nachteile
Brennwertheizung für Erdgas, Flüssiggas und Öl
Moderne Brennwerttechnik zur Nutzung verborgener Abgaswärme
Gasanschluss oder Öltankanlage; niedrige Rücklauf-Temperaturen der Heizung, realisierbar
mit großen Heizkörpern und hydraulischem Abgleich
günstig in der Anschaffung; platzsparend; vergleichsweise effizient
hohe Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen; Ölheizung verbraucht viel Platz; Heizöl hat
geringe Reichweite; Öltanks nicht immer ohne Weiteres zugelassen
Flüssiggasheizung
Brennwerttechnik zur Nutzung verborgener Abgaswärme
Flüssiggastank; niedrige Rücklauf-Temperaturen der Heizung, realisierbar mit großen
Heizkörpern und hydraulischem Abgleich
günstig in der Anschaffung; nahezu überall möglich; platzsparend; vergleichsweise
effizient; Einsatz von Bio-Flüssiggas möglich
Gastank verbraucht viel Platz im Garten (Alternativ: unterirdisch aufstellbar, dann
nicht sichtbar)
Brennstoffzellenheizung
Kalte Verbrennung erzeugt Wärme und Strom
Gasanschluss oder Flüssiggastank (in Zukunft); alternativ: Solaranlage mit Elektrolyseur
und Wasserstofftank
teilweise autarke Versorgung; zunehmende Unabhängigkeit von Stromanbietern
hohe Anschaffungskosten trotz Förderung und Abwrackprämie für alte Ölheizungen und
Gasheizungen
Holzheizung (Scheitholz oder Pellets)
Verbrennung von Holzscheiten und Pellets (gepresste Holzstäbchen aus Sägespänen)
Zeit zum Nachlegen von Scheiten; Platz zur trockenen Lagerung von Brennholz und Pellets
Heizen mit regionalen und erneuerbaren Energieträgern; Pelletheizung ist komfortabel
steigende Feinstaubbelastung; hoher manueller Aufwand (Scheitholz); hoher Platzbedarf
(Pellets); hohe Anschaffungskosten trotz Abwrackprämie für Heizungen; sehr hohe
CO2-Belastung, wenn Holz nicht nachwächst
Wärmepumpe
Mit Strom oder Gas angetriebener Prozess macht Wärme aus Luft, Wasser oder Erde zum
Heizen nutzbar
niedrige Systemtemperaturen, realisierbar mit Flächenheizung, großen Heizkörpern und
guter Dämmung
umweltfreundlich, wenn im Winter Strom aus erneuerbaren Energien kommt; günstig im
Betrieb (wenn Voraussetzungen erfüllt sind)
im Altbau nur bedingt geeignet; hohe Betriebskosten bei ungünstigen Voraussetzungen;
Auslegung können nur Experten machen
Öl- und Gasheizungen mit Brennwerttechnik
Wer die Abwrackprämie für Ölheizungen nutzen möchte, kann eine hybride Brennwertheizung
einbauen. Die Systeme gewinnen ungenutzte Energie aus dem Abgas zurück und führen diese der
Heizungsanlage zu. Außerdem arbeiten sie mit einer Solaranlage, einer Biomasse- oder einer
Wärmepumpenheizung zusammen. Im Vergleich zu alten Kesseln lässt sich der Energieverbrauch auf
diese Weise um mehr als 30 Prozent senken. Die Lösungen kommen in vielen Gebäuden infrage,
setzen allerdings eine niedrige Rücklauftemperatur voraus. Diese ist nötig, um das Wasser im
Abgas zum Kondensieren zu bringen und die verborgene Energie nutzen zu können. Realisieren
lässt sich das zum Beispiel mit größeren Heizkörpern oder einem hydraulischen Abgleich.
Geht es um eine Entscheidung zwischen Öl und Gas, bringt eine Gasheizung mehr Vorteile mit
sich. Denn die Technik ist platzsparender. Sie verursacht keine unangenehmen Gerüche und Gas
lässt sich in Zukunft auch regenerativ herstellen. Mit Bio-Erdgas und Bio-Flüssiggas lassen
sich so bis zu 80 % CO2 einsparen. Auch nicht regenerativ hergestelltes Gas hat rund 15 %
weniger CO2 als Heizöl. Diesen Vorteil sollte man unbedingt nutzen und auf Erdgas oder
Flüssiggas wechseln.
Gasbrennwerttechnik nutzt die verborgene Wärme aus dem Abgas
Die Gasheizung und Flüssiggasheizung mit Brennwerttechnik
Von den aktuell etwa 5,5 Millionen Ölheizungen in Deutschland befinden sich die Hälfte in
Regionen, in denen Gasleitungen vorhanden sind. Dort, wo eine Gasleitung liegt, ist klar: Wechseln
Sie zu Erdgas. Die Alternative für ländliche Regionen ist Flüssiggas. Flüssiggasheizungen arbeiten
nicht weniger effizient als Gasbrennwertheizungen. Sie lassen sich nahezu überall installieren und
sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung. Die meisten Kunden wollen einen Gastank mieten,
allerdings kann man diesen auch kaufen. Es handelt sich dabei also um eine gute Möglichkeit für
Hausbesitzer, die Abwrackprämie für alte Ölheizungen gewinnbringend zu nutzen.
Vorteile der Gasheizung im Vergleich zur Ölheizung
günstiger in der Anschaffung – in der Regel 1.000 – 2.000 €
Einfacher im Einbau
wesentlich erprobtere Heiztechnik
günstigere Wartung – meist um die 100 € im Jahr
geringerer Aufwand bei Schornsteinfeger
höherer Brennwertnutzen und breiterer Brennwertbereich
geringere CO2-Ausstöße
sehr viel weniger Feinstaub und Stickoxide
Ein weiterer Vorteil: Flüssiggas ist bereits heute als regenerativer Brennstoff erhältlich.
Erkennt die Regierung das sogenannte BIO-LPG (Bio-Flüssiggas) als solches an, ist es die
einfachste Möglichkeit, gesetzliche Anforderungen an den Anteil regenerativer Energien beim
Heizungstausch zu erfüllen. Außerdem lässt sich der bilanzielle CO2-Ausstoß mit Bio-Flüssiggas um
bis zu 80 Prozent senken, was auch den Klimazielen der Bundesregierung zugutekommt.
Brennstoffzellenheizung für Strom und Wärme
Teurer in der Anschaffung, dafür aber wesentlich umfangreicher in der Funktion, ist die
sogenannte Brennstoffzellenheizung. Die Anlagen nutzen einen elektrochemischen Prozess, bei dem
Wasserstoff unter kontrollierten Bedingungen mit Sauerstoff aus der Luft reagiert.
Strom und Wärme gleichzeitig
Neben Wärme zum Heizen entsteht bei der sogenannten kalten Verbrennung auch Strom. Das heißt:
Hausbesitzer können sich mit einer Brennstoffzellenheizung zumindest teilweise autark versorgen.
Sie erlangen eine hohe Unabhängigkeit von öffentlichen Stromanbietern und senken ihre Energiekosten
spürbar. Das Gute daran: Einen Wasserstofftank müssen Hausbesitzer für die Technik nicht
installieren. Denn den Rohstoff gewinnen moderne Anlagen aktuell aus Erdgas. In Zukunft sollen auch
Flüssiggas-Brennstoffzellenheizungen am Markt verfügbar sein. Theoretisch ist das bereits heute
möglich.
Hohe Kosten für die Brennstoffzelle
Einen Haken hat die Technik aber. Denn trotz staatlicher Förderung und Abwrackprämie für alte
Ölheizungen oder Gasheizungen sind Brennstoffzellenheizungen noch immer sehr teuer. Vor der
Anschaffung sollten Hausbesitzer daher einen unabhängigen Experten (Energieberater) mit einer
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung beauftragen.
Holzscheit-, Hackschnitzel- und Pelletheizungen
Die Abwrackprämie für alte Ölheizungen und Gasheizungen können Hausbesitzer aber auch in eine
Holzheizung stecken. Zur Auswahl stehen dabei Scheitholzvergaser-, Hackschnitzel- und
Pelletheizungen. Erstere verbrennen gespaltene Holzstücke vergleichsweise effizient. Da die Scheite
täglich von Hand nachzulegen sind, kommt diese Heizungsart heute allerdings für wenige Hausbesitzer
infrage. Eine Alternative ist die Pelletheizung. Diese verbrennt gepresste Holzstäbchen
vollautomatisch.
Trockener Platz für Pellets benötigt
Die Pellets lagern in einem Speicher in oder vor dem Haus und lassen sich von da aus
bedarfsgerecht zum Kessel transportieren. Eigenheimbesitzer haben in der Regel kaum etwas zu tun –
die Asche müssen sie rausbringen. Hackschnitzelheizungen funktionieren auf gleiche Weise. Sie
verbrennen aber zerhäckselte Holzreste, die in der Regel weniger Energie beinhalten. Die Lager
müssen dementsprechend größer sein. Die größten Nachteile hier: Hackschnitzel- und Pelletheizungen
benötigen viel Platz im Haus und sind trotz Abwrackprämie für alte Heizungen kostenintensiv. Holz
sowie Pellets lassen sich außerdem nur in einem gewissen Maße nachhaltig bereitstellen. Steigt der
Bedarf sehr stark an, könnten die Brennstoffe knapp und damit auch sehr teuer werden. Zudem ist der
CO2-Ausstoß rund doppelt so hoch wie bei Gas, wenn nicht im gleichen Maße neues Holz nachwächst,
welches gerade in Heizungen verbrannt wird.
Wärmepumpen für neue und alte Häuser
Abwrackprämie für die Heizung beantragen, Kessel aus- und Wärmepumpe einbauen. Auch das ist ein
denkbarer und umweltfreundlicher Weg. Denn Wärmepumpen nutzen einen mit Gas oder Strom
angetriebenen Prozess, um kostenfreie Wärme aus der Luft, der Erde oder dem Wasser zum Heizen
nutzbar zu machen. Effizient funktioniert das allerdings nur, wenn die Heizung das eigene Haus auch
mit niedrigen Systemtemperaturen wohlig warm bekommt. Voraussetzung dafür sind große Heizflächen
und gedämmte Wände. Vor allem bei einem Heizungstausch im Altbau kann das mit hohen Zusatzkosten
verbunden sein, weshalb sich die Wärmepumpe hier nicht immer lohnt. Außerdem befürchten einige
Experten Folgendes: Installieren viele Hausbesitzer mit einem Mal eine Wärmepumpe, würde das zu
einem sehr hohen Strombedarf im Winter führen, der die Netze überlasten könnte. Eine Alternative:
Die Flüssiggas-Wärmepumpe, die ohne Strom als Antriebsenergie auskommt.
Individuelle Beratung hilft, die Abwrackprämie für Heizungen gewinnbringend einzusetzen
Die vorangegangenen Abschnitte zeigen: Heute gibt es viele Möglichkeiten, die Abwrackprämie für
alte Ölheizungen und Gasheizungen einzusetzen. Welche davon am besten geeignet ist, lässt sich
pauschal nicht sagen. Denn das hängt sehr stark von den örtlichen Gegebenheiten und dem aktuellen
Gebäudezustand ab. Die Lösung, die aus ökologischer und finanzieller Sicht am besten geeignet ist,
finden Hausbesitzer nur mit der individuellen Beratung durch einen Energieberater.
Vorteile
Lohnt sich die Abwrackprämie für meine Heizung überhaupt?
Experten und Branchenverbände empfehlen, Heizungen ab einem Alter von 15 Jahren genau zu
prüfen. Denn bereits dann sind sie meist technisch überholt und verbrauchen mehr als nötig. Der
Einbau moderner Wärmeerzeuger geht dabei in vielen Fällen mit so hohen Einsparungen einher, dass
sich die Ausgaben auch ohne Förderung rechnen. Die Abwrackprämie für alte Ölheizungen und
Gasheizungen schafft genau wie andere Förderprogramme finanzielle Anreize. Sie sorgt für eine
höhere Wirtschaftlichkeit und damit auch dafür, dass sich die Ausgaben in die moderne Technik
schneller rechnen. Allgemein lässt sich also sagen: Die Abwrackprämie für Heizungen lohnt sich.
Moderne Anlagen bieten intelligente Regelsysteme und mehr Komfort
Und das nicht nur aus finanzieller Sicht. Denn ein Heizungstausch bringt vielen Hausbesitzern auch
weitere Vorteile. So gelten moderne Heizungsanlagen als erprobt, sicher und zuverlässig. Sie sind
mit intelligenten Regelsystemen ausgestattet und erhöhen neben der Effizienz auch den Komfort. Ein
weiterer Vorteil: Bei alten Kesseln kann die Ersatzteillage schon einmal knapp werden. Bei einem
Fehler führt das unter Umständen dazu, dass es sehr lange dauert, bis dieser behoben ist. Wer die
Abwrackprämie für Heizungen nutzt, um moderne Technik anzuschaffen, geht diesem Problem aus dem
Weg.
Heizungstausch teilweise gesetzlich vorgeschrieben
In vielen Fällen stellt sich die Frage nach den Vorteilen eines Heizungstausches gar nicht. Denn
die Energieeinsparverordnung (aktuell EnEV 2014) fordert den Austausch von Öl- und Gasheizungen,
die älter als 30 Jahre sind. Das gilt zumindest dann, wenn die Kessel noch nicht auf
Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren. Von der Nachrüstpflicht befreit sind lediglich
Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die diese bereits im Februar 2002 selbst bewohnten.
Verkaufen, verschenken oder vererben diese die Gebäude, müssen die neuen Eigentümer den
Heizungstausch dann allerdings durchführen. Dazu haben sie aktuell zwei Jahre Zeit.
Fazit: Die Abwrackprämie für alte Heizungen liefert attraktive Anreize
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Abwrackprämie für alte Heizungen
von vielen Seiten gefordert und als sinnvoll erachtet wird. Denn sie kann die zu geringe
Sanierungsquote anheben und zu erheblichen Energieeinsparungen beitragen. Während Hausbesitzer
dabei vor allem von sinkenden Heizkosten profitieren, lassen sich auch die CO2-Emissionen
reduzieren. Das kommt den deutschen Klimazielen zugute und hilft, die Folgen des
menschengemachten Treibhauseffekts zumindest einzudämmen. Eine Abwrackprämie allein für
Ölheizungen wäre nicht zielführend. Denn diese Förderung würde zu wenigen Haushalten
zugutekommen. Da es die ab 2020 aber für alle Heizungen gibt, lohnt sich die neue
Austauschprämie.